Trompete und Orgel sind in der Kirchenmusik und in Konzertsälen eine musikalische Traumkombination - und das schon lange vor der Blütezeit von Maurice André. Diese Tradition reicht bis in die frühe Barockzeit zurück, als viele Kirchen- und Hofmusiker die Trompete mit dem königlichen Instrument, der Orgel, kombinierten. Bei besonders feierlichen Anlässen und Festen wurden oft mehrere Blechbläser eingesetzt, um die Zuhörer mit dem strahlenden Klang ihrer Instrumente zu begeistern. Traditionell war es auch üblich, dass die Blechbläser selbst die Komponisten der Stücke waren, die sie spielten, wie Altenburg, Pezelius und andere Zeitgenossen.
Auch in Meursault wird diese besondere Kombination mit festlicher Musik erklingen. Heute werden die technischen Innovationen moderner Instrumente genutzt, um die Barockmusik in virtuoser Form neu zu interpretieren, im Zusammenspiel zwischen den beiden Trompeten und der kürzlich restaurierten Mutin Cavaillé-Coll-Orgel. Sie werden auch Originalwerke für zwei hohe Hörner zu hören bekommen, die erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt wurden und nur mit modernen Instrumenten adäquat interpretiert werden können. Lange Zeit waren die Spielkunst der Klarinette und die extrem hohen Hornstimmen völlig aus der Mode gekommen und von den Konzertprogrammen verschwunden, bis Maurice André und Ludwig Güttler nicht nur als Musiker, sondern auch als Musikwissenschaftler und Forscher in Erscheinung traten.
Die Stücke für Orgel solo an diesem Abend sind allesamt Werke eines französischen Exzentrikers der Jahrhundertwende: Erik Satie. Saties Messe des pauvres für Orgel und Chor entstand um 1895, während seiner mystischen Periode. Satie komponierte diese Messe für die Zeremonien seiner eigenen Sekte, der 1893 gegründeten Metropolitan Art Church of Jesus Conductor. Er blieb sein ganzes Leben lang das einzige Mitglied. Neben der Orgelfassung dieser freien Messe werden wir bekannte Klavierwerke des Komponisten in Bearbeitungen für Orgel hören.
Wolfgang Erber studierte englische Philologie und Musik an der Universität Freiburg und an der dortigen Musikhochschule, wo er sich bei Hans Michael Beuerle und Wolfgang Schäfer zum Dirigenten ausbilden ließ. Er wirkte in verschiedenen Konzertchören mit, u. a. in der Gächinger Kantorei unter der Leitung von Helmuth Rilling. Als Pianist, Organist, Sänger und Dirigent konzertierte er mit verschiedenen Ensembles in der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Israel und Japan. Er leitet die Kantorei Südwest in Freiburg und das deutsch-französische Vokalensemble Les Amis de Claudio, mit dem er im Burgund, in Deutschland und in Venedig aufgetreten ist.
Klaus-Ulrich Dann ist ein gefragter Spezialist für die "hohe Trompete". Er konzertiert regelmäßig, auch international, mit dem Bach-Collegium Stuttgart, dem Ulmer Collegium Instrumentale, den Kammerorchestern von Stuttgart und Köln.
Hubertus von Stackelberg tritt als Solist auf und ist ein gern gesehener Gast und Mitglied verschiedener Orchester und Ensembles, darunter die Stadttheater Heilbronn und Pforzheim, das Bach-Collegium Stuttgart, das Collegium Instrumentale, Musicalproduktionen und das Ensemble Modern. Außerdem spielt er regelmäßig mit seinen Ensembles Trio con voce festiva, Trio con giusto und Duo Trompitarre. Er ist der Initiator des berühmten Ludwigsburger BlechbläserQuintetts, in dem er seit 1984 mit Klaus Dann das Trompetenregister bildet.
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